Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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Lippen; aber kein Reim, kein Gedicht, und vereinte es den Wohllaut aller Zungen in ſich, vermöchte die Wirkung hervorzuzaubern, wie es ihre Worte gethan. O, meine Maria! meine ſüße Maria! rief er mit einer Stimme, die bis in's innerſte Herz drang, und die blauen Augen glänzten von Feuer und Thränen Dein Bild wird nie aus meiner Seele ſchwinden, Dein geliebtes Andenken werd' ich ewig bewahren. Du war'ſt meine erſte Liebe, Dich erkohr mein Herz, und Herzen kennen kein Vergeſſen! Sinne trügen, Herzen nie! O, Stabius! Dir kann ich es vertrauen: einmal ſchon ſeit ihrem Tode habe ich meine Marie ge⸗ ſehen. Du weißt, Trittheim* verſtand die Kunſt, Verblichene auf Augenblicke aus den Gräbern zu holen, ich habe ihn auf meinen Knieen beſchworen: den theu⸗ ren Schatten nur Ein Mal herauf zu rufen, er wil⸗ ligte ein. Es war ſeit ihrem Tode der erſte ſelige Augen⸗ lick! Sie ſtand vor mir, die geliebte Geſtalt, mein Auge ſah ſie, mein Herz ſchlug ihr wonnevoll entge⸗ gen, ich glaubte noch die ſüße Stimme wie im Le⸗ ben zu hören, und dem ſtrengſten Verbothe des Ab⸗ tes zum Trotz, konnte ich es nicht unterlaſſen, ſie an⸗ zurufen, mit den innigſten Tönen meiner Liebe anzu⸗

*) Der berühmte Abt Trittheim. Die erwähnte Be⸗ ſchwörung iſt hiſtoriſch.

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