Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Vater, als ob du es durch einen fremden Boten mit

dem Auftrage erhalten hätteſt, es ihm alſogleich ein⸗ zuhändigen. Er wird es gewiß öffnen und leſen und die nöthigen Maßregeln ergreifen. Wenn dann der dankbare Fürſt vielleicht nach dem Urheber ſeiner Ret⸗ tung forſcht, ſo will ich hervortreten, und nichts An⸗ ders erflehen, als daß er mir helfen möge, meine Mut⸗ ter zu finden, und mich gegen die Verfolgungen meiner Feinde ſichere. Ich will dann im Heere Dienſte nehmen vielleicht, daß es mir gelingt, unter den Augen deines Vaters in Friaul mich zu jener Höhe emporzuſchwingen, von welcher aus ich dir, mein Mädchen, frei und offen die Hand reichen darf zum unauflöslichen Bunde!

Wohl hätte Siegfried gern noch länger ver⸗ weilt, allein die Zeit drängte; Regina übernahm das Schreiben und mahnte ihn ſelbſt an den Augenblick der Trennung; noch einige Augenblicke ruhte ſie an dem Herzen des Geliebten; Küſſe wurden gewechſelt, innig und herzlich drückte Siegfried die Theure noch ein⸗ mal an ſich, und verließ dann die Rotunde und den Garten. Auch Regina eilte gegen das vorne liegende Gebäude.

Hinter der Rotunde erhob ſich aber aus dem Ge⸗ büſche ein Mann, und blickte dem Jünglinge lange