Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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nicht gram ſein, Herr Graf! wenn ich Euch geſtehe, daß ſelbiger Weg ein verdammt kitzlicher iſt, denn eine Tieſe ohne Treppe und ohne Boden muß Jedem an den Hals, den der liebe Himmel nicht mit Federn geſchmückt hat, ich meine aber Flugfedern. Ich hoffe jedoch, Ihr habt vor dem lieben Gott Reſpekt genug, ihn ſeines Ebenbildes nicht berauben zn wollen, denn ſintemalen jeder Menſch, wie Ihr oft genug von der Kanzel herab gehört haben werdet: nach Gottes Eben⸗ bild geſchaffen iſt, und ich dem ganzen Anſehen nach, auch ein Menſch bin, ſo unterliegt der Kaſus keinem Zweifel.

Die Angſt hatte den Sprecher ſo wortreich ge⸗ macht, und er hätte noch lange nicht aufgehört, ſeine Deductionen fortzuführen, wenn der Freigraf ihn nicht angeſehen hätte; dieſer ſtechende Blick, und das darauf folgende Blinzeln machte ihm den Hauch in der Kehle erſtarren.

Nach einer Pauſe tiefen Schweigens, in welcher der Furchtbare den Bebenden angeblickt hatte, ſprach er: Woher des Weges, und wo gedenkt Ihr hin?

Ich komme von Trieſt wo ich mir eine kleine, Erbſchaft von einem verblichenen Anverwandten abholte, und gedachte nach Wien zurück, um dort ein klein Gewerbe zu beginnen.