Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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mide gleichend, von allen Seiten mit ſchroffen Wän⸗ den begränzt, welche von Baumwerk ſtrotzten, und die äußere Umfaßung bildeten, war Alles was man ent⸗ decken konnte; und doch herrſchte in jener Höhe Leben, reges Leben und Treiben ganz eigener Art. Rechts von der Straße, die von Oberlaibach nach Görz führt, zog ſich ein kaum merkbarer Fußſteig in die Wildniß bis gegen den Fuß jener Höhe, wo er plötzlich verſchwand; es war dieß kein bequemer Gang, denn er führte durch Klüfte und Sprünge über ſchroffe Wände und Gräben, und zwar ſo ſchwach gezeichnet, daß er nur von einem geübten Auge erkannt und verfolgt werden konnte. Um ein Stück jener bezeichneten Höhe hinanzuklimmen, gab es ſelbſt für den Kundigen nur einen ſehr ſchmalen Gang, anfangs einige Schritte ſich hinanſchlängelnd, dann aber

in einen gäh abhängigen Bergpfad ausartend; hatte man dieſen mit Lebensgefahr erklommen, ſo be⸗

fand man ſich an einer breiten Kluft, über welche ein ganz freier, kaum zwei Schuh breiter, Holzſteg führte, über den ſich nur derjenige wagen konnte, der frei von jedem Schwindelanfalle blieb. Von hier aus begann aber⸗ mals der frühere Pfad, wo möglich noch ſteiler, bis man zu einem kleinen Abſatze gelangte, der gleichſam einen natürlichen Ruhepunkt bildete; denn von da weiter auf⸗ wärts zu gelangen, blieb ſelbſt der leichtfüßigen Katze unmöglich, und warf man vorne den Steg ab, ſo konn⸗