Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
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frei über den Nacken hinwallten; ſeinen Leib umhüllten ein Beinkleid und eine Jacke von grauem Sacklinnen, der grimme Froſt hatte ihm Arme und Beine erſtarren gemacht. Kaum hatten die Herzloſen ſein Wiederer⸗ leben wahrgenommen, als ſie ihn vor das Thor ſchleppten/ um ihm gleichſam zum letzten Mal den Anblick des Schloſſes in der Nähe zu gewähren; er warf einen Blick auf die zahlreichen Fenſter der Stockwerke, und ihm drohten vor Schaam die Füße den Dienſt zu ver⸗ ſagen; ſie waren alle weit aufgeriſſen, und von den anweſenden Gäſten vollgepropft Einer lehnte über dem Andern, ein Kopf ragte über den andern hervor.

Alles war begierig, Zeuge der Schmach eines Ver⸗ worfenen zu ſein.

Froſt, Wuth, Weh und Jammer begannen an dem ſchwachen Körper zu rütteln, mit gerinnendem Blute ſtand er zwiſchen den Knechten, wankend wie ein Rohr im Sturm; jetzt bemeiſterte ſich ein thieriſcher Grimm ſeiner Seele, er ballte die Fauſt, entriß ſich mit Rie⸗ ſenkraft den Händen der Wächter und ſtürzte mit Wildſchnelle fort.

Fluch Euch Allen! ſchrie er, im Laufe das Haupt zurück wendend ich fluche Euch, und der Himmel wird mich erhören!

Doch kaum ein hundert Schritte hatte er ſolcher Weiſe zurückgelegt, als er hinter ſich Peitſchenknall