Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
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ſprach er mit einem vorwurfsvollen Ton, doch will ich dieß mit Eurer bedrängten Lage entſchuldigen; daß Ihr jedoch gegen mich nicht offen geweſen, daß Ihr mich in dieſem Wahn gelaſſen, welcher mich, ſo oft ich daran denken werde, erröthen machen wird, das kann ich Euch nimmer vergeben! doch fern ſei es von mir, unedlen Geſinnungen Raum zu gewähren, ich werde nie Euer Gegner, nie Euer Feind ſein; ſo lang Ihr in dieſem Schloße ſeid, will ich Euch ſogar Schutz biethen, nur den Eltern gegenüber kann ich dieß Verſprechen nicht erfüllen, ihnen gegenüber muß mein Wille ſchweigen. Jetzt verlaßt mich, für, Hemma werde ich ſchon Sorge tragen; ſo bald der Arzt von hier entfernt, trachtet auch Ihr unter einem ſchicklichen Vorwande dieſe Gegend zu verlaſſen, damit mich Euer Anblick an die ſchmachvolle Verblendung nicht erinnere. Siegfried wankte zerknirſcht aus dem Ge⸗ mache. Trotz dieſer harten aber gerechten Rüge des jungen Grafen, wäre die bedrängte Lage der Kroa⸗ tinn doch nach einigen Tagen einer wohlthätigen Aen⸗ derung nicht entgangen, denn auf Friedrichs Einwir⸗ kung hätte der Arzt ſich entfernen müſſen, und im ſchlimmſten Falle würde der junge Graf Siegfrieds YParthei ergriffen haben, und ſich als einen Mitwiſſer der geheimnißvollen Verkleidung bekannt haben, und da der Andere keine Rechte aufweiſen konnte, ſo wäre