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mochte er ſchon zählen, miewohl ſeine bedeutende Glatze auf mehr ſchließen ließ.
Der Andere, ein Jüngling von kaum ſiebzehn Jahren mit einem blaßen, aber höchſt einnehmenden
Geſichte, mit tiefblauen Augen, die an Klarheit jeden
Spiegel übertrafen, mit langen, blonden Haaren, die ſich ſeidenweich über Schläfe und Nacken ringelten, benahm ſich gegen ihn auf eine höchſt freundliche Weiſe, that vieles nach ſeinem Wunſche, wiewohl er nicht ſelten auch ſeine Meinung geltend zu machen wußte. Die Kleidung der beiden Reiſenden war zwar vom gleichem Stoff und Schnitt, allein der Jüngere trug freundli⸗ chere Farben, während der Andere meiſt in Schwarz und Grau erſchien; dem Anſcheine nach gehörten ſie dem Bürgerſtande an.
Das Mahl ſchien beſonders dem Aeltern wohl zu ſchmecken, während der Andere nur wenig genoß, und mehr ſeinen Gedanken nachhing, ſo viel Mühe ſein Ge⸗ fährte ſich auch gab, ihn in ein Geſpräch zu verwickeln.
Junger Herr! begann dieſer nach langem ver⸗ geblichem Drängen, Ihr wollt mir heute gar nicht gefallen, Ihr wollt nicht eſſen und nicht ſprechen; geht, greift zu, der Käſe da iſt beſonders gut, es ſchmeckt ein Trunk darauf, auch das Brod iſt zum genießen—
Eßt und trinkt, gegenredete der Jüngere, und laßt mich ungeſchoren.—
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