Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
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Valentin!

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jammerte das Weib halt ein,

erzürne den Himmel nicht noch mehr, daß er dich nicht mit gewaltigerer Strafruthe heimſuche! O meine gute, fromme Tochter! ſetzte ſie, mit dem Ausdrucke des tiefſten Schmerzes, hinzu. Der Mann aber erwie⸗ derte: Ja wohl iſt ſie gut und fromm, aber was nützt es ihr? Sie muß dennoch ſterben, hilfelos ſterben, weil wir nicht im Stande ſind, ihr aus der Stadt ſo einen Quackſalber holen zu laſſen; ihrer Frömmigkeit zu Liebe geht Niemand heraus, aber wohl um baare Silberſtücke; ach hätte ich nur die Alte geholt

O Mann! rief das Weib auffahrend, halt ein

mit dem Freveln; willſt du unſer Kind durch Zauber⸗ werk heilen laſſen, willſt du die Teufelsverbündete ino Haus locken, daß der Böſe Fuß faſſe, und dich dann mit Leib und Seele zu ſeinem Eigenthume mache? Valentin! Valentin! du biſt bisher ein redlicher Mann geblieben, gieb Acht, daß das Unglück deiner nicht Meiſter werde, und du, von Verzweiflung ge⸗ trieben, dein ewig Heil verſcherzeſt!

Der Andere wollte eben wieder eine laſterhafte

Rede zur Antwort ausſtoßen, als draußen das Toben des Sturmes, wo möglich, noch heftiger wurde, und ihm gleichſam den Laut auf der Zunge erſtarren machte. Er ſchwieg. Der Wind pfiff an den Häuſern vorüber

und rüttelte die lockeren Fenſterbalken, daß ſie faſt wie