Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
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Eine ſtürmiſche Nacht war über das mittlere Krain hereingebrochen, eine Nacht, welche ſich rabenfinſter über die ganze Gegend lagerte, um das Wüthen des Elementes, und die Schrecken der Natur um ſo em⸗ pfindlicher zu machen. Wer hat nicht ſchon ſolche Momente erlebt, und wen ergriffen ſie nicht bis in's Innerſte ſeiner Seele? Tiefe, dicke Finſterniß um⸗ flort das Land, der Himmel iſt der Erde gleich, Alles eint, Alles verliert ſich; wie eine wilde Furie rast die Windsbraut daher, ſie rüttelt den Baum, welcher ruhig in der Erde fußt, wühlt in dem Strome, als wolle ſie deſſen Tiefe erſpähen, fährt in den Schlott, und ſcheint nirgends Ruhe, nirgends Raſt zu finden; jetzt zucken einzelne Flammen, dumpfes Murmeln rollt durch die Luft, feurige Schlangen ziſchen dahin, und Schlag auf Schlag, Knall auf Knall erdröhnt, die Erde bebt, der Himmel zürnt; ſo zittert das Kind vor der geſchwungenen Geiſel des grollenden Vaters. Bei all' dieſem Schrecken und Wüthen iſt kein einzig Wahrzeichen der göttlichen Milde ſichtbar, kein Bogen ſpannt ſich am Himmel, kein Stern wagt es, zu leuchten, die friedlichen Sinnbilder ſind verſchwun⸗ den, nur Vernichtung und Verderben ſcheint das all⸗