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Sie griff nunmehr haſtig nach dem dargebotenen Tuche, aber kaum daß ſie es erfaßt hatte, war es ihr auch ſchon wieder aus der Hand gezogen und flatterte über der Brüſtung. Es war auf dem beſten Wege in's Meer, als Lieutenant van Duizenbeek es noch recht⸗ zeitig auffing. Emilie hatte mit der Spitze ihres Son⸗ nenſchirmes die Operation ſo geſchickt vollbracht.
„Pfui! Nicht lecker!“ ſagte ſie dabei, und als ob ſie den Soldaten— der ſchwerlich die Bedeutung die⸗ ſes in Java ſo vielfach, ſelbſt für das eigene Befinden, wie für Ausſehen, Geſchmack, Güte oder Reinlichkeit eines Gegenſtandes verwendeten Ausdruckes kennen mochte— abſichtlich durch einen Beweis der Verach⸗ tung beleidigen wolle, ſetzte ſie dann noch hinzu:„Wie kann man anfaſſen, was in ſolchen Händen war?! Je te conjure, Guillaume, débarrasse nous!“
Sie wendete ſich dabei mit einer unbeſchreiblichen Bewegung an ihren Vetter, doch ehe derſelbe irgend
eine Aeußerung thun konnte, fiel der Soldat, gegen
welchen ſich der Ausfall richtete, ſcharf ein.
„II n-y-a pas besoin d'intervention, Mademoi-⸗ selle!“ verſetzte er in tadelloſem Franzöſiſch, und die Röthe der empfundenen Schmach auf der Stirne, den Unmuth im dunkeln, feſt auf die Beleidigerin gerich⸗


