Teil eines Werkes 
[1.] (1873)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ι

Unerſchütterlichkeit ihrer geſellſchaftlichen Stellung, ihrem Längſterwachſenſein und ihrer,obwohl in keinem Pen⸗ ſionat erhaltenen, dennoch vollendeten Bildung glän⸗ zendes Zeugniß ablegen ſollte, als ſich ihre dünnen Lippen plötzlich verzogen, ihr hagerer Oberleib ſich weit zurückbeugte und ihr ſpitzes Näschen ſich tief in das Taſchentuch verſenkte, während ſie das Antlitz mit einem Blicke des Widerwillens zur Seite wendete.

Derjenige, dem dieſe auffallenden Zeichen des Ab⸗ ſcheues galten, ſah ſie mit Ueberraſchung, doch anfäng⸗ lich weit entfernt davon, ſie auf ſich ſelbſt zu beziehen. Es war einer der in der Nähe ſtehenden Soldaten, ein Mann, jedenfalls ſchon über die Mitte der Zwan⸗ zig hinaus, von hoher, ſchlanker Geſtalt und intereſſan⸗ ten, wohlgeformten Zügen, auf welchen der verſtei⸗ nernde Druck eines düſteren Ernſtes lag. Von ſeinen Gefährten unterſchied ihn ſchon der Ausdruck weit höherer Intelligenz. Mit einer Verbeugung war er an die beiden Damen herangetreten und überreichte Suſannen das Spitzentuch, mit dem ſie ſo eifrige Will⸗ kommensgrüße der Freundin zugeweht und das ihr bei den Umarmungen entglitten war.

Will Mejuvrouw ihr Tuch an ſich nehmen? er⸗ innerte er in etwas gebrochenem Holländiſch, da Su⸗ ſanne ihn nicht ſofort bemerkte.