Teil eines Werkes 
[1.] (1873)
Entstehung
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ſtrich ſich mit dem Taſchentuche eine der ſchweren Locken von bläulichem Schwarz, die in Unordnung gerathen war, aus der ſchönen klaren Stirn und erwiderte in ſanftem, überaus wohlklingendem Klageton:

Ich ſehe ihn nicht, Mevrouw van Montfoort. Ich erkenne nur Emilie Goudelaar an ihrem goldgelben Haar.

Und an ihren eckigen, überhaſtigen Bewegungen, durch die ſich meine liebenswürdige Couſine ſo vortheil⸗ haft auszeichnet. Haben Sie das nicht wenigſtens ge⸗ dacht, Mejuvrouw van der Hage? ſetzte ſpöttelnd der junge, elegante Offizier hinzu, der ſich mit einigen nicht beſonders freundlich aufgenommenen Liebkoſungen bei dem Schooßhündchen der älteren Dame einzuſchmeicheln ſuchte, jetzt aber den Blick ebenfalls aufmerkſamer auf den Dampfer richtete, nachdem er ſein Lorgnon zuvor noch einer flüchtigen Reinigung unterzogen.

Er hatte eine gewinnende Erſcheinung, von der er ſichtlich ſehr eingenommen war und die er, wie ſein zierlicher Anzug, das ſorgſam geſcheitelte und ge⸗ bürſtete Blondhaar und der wohlgepflegte Bart zeigten, durch die Mittel einer gewählten Toilette noch mehr zu heben verſtand. Das Lächeln um ſeine ſchmalen Lippen verrieth, daß er ſich auch der ſcharfen Satire ſeiner Worte wohl bewußt war. Wenn er aber auf