Teil eines Werkes 
[2.] (1873)
Entstehung
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gemäß konnte ſie nur zürnen, daß er ihr dieſen Wunſch nicht erfüllte. Wie konnte ſie wiſſen, welche Unmög⸗ lichkeit ſie von ihm forderte? Aber weßhalb bäumte ſich auch ſein Stolz auf gegen die gewöhnlichen Be— ziehungen zu ſeinen Mitmenſchen? Wollte er noch im— mer beſſer ſein, als jene, deren Loos er theilte? Er machte ſich Vorwürfe. Aber war es denn auch Stolz? Er lachte bitter, er, der Ausgeſtoßene, hatte kein Recht dazu, ſtolz zu ſein.

„Stolz?!“ murmelte er mit fieberhafter Scheu und Haſt,„Stolz, und der nächſte Augenblick kann mir eine Begegnung bringen, die ſelbſt das zweifelhafte Glück dieſer Hütte vernichtet und ſie aus einem Aſyl in eine Folterkammer verwandelt. Nur eines Wortes bedarf es, um mich auch von hier zu vertreiben. O, ich habe dieſes Wort nicht vergeſſen, ſeit mir jener Elende es zugeſchleudert, und ich könnte es wohl auch nicht, wenn ſelbſt ſtatt der zehn, ſchon hundert Jahre vergangen wären. Mitten in der Arbeit, im Wachen wie im Schlafe, immer wieder höre ich es— ‚Dieb!' — ohl das iſt ein fürchterliches Wort! Und ich ſollte mit dem Brandmal auf der Stirne, das nur eine leicht verſchiebbare Binde deckt, mich eindrängen unter die harmloſen Leute, die nicht wiſſen, wem ſie die Hand

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