Teil eines Werkes 
[1.] (1873)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

183

komiſchem Pathos.Vater hat mir befohlen, da an dem Tiſche zu ſchreiben, und wenn die Großmutter auf ihrer Stube reden will, da kann ſie ſagen, was ſie will und ich höre nichts davon.

Die Alte kicherte vor Aerger.

So, mein Püppchen, alſo auf der Stube ſoll ich bleiben? enzgegnete ſie.Mein eigener Enkelſohn weiſt mich aus dem Zimmer, obenein aus meinem eige⸗ nen Zimmer in meinem Hauſe. So weit iſt's alſo ſchon gekommen. Nein, das iſt mir auch nicht an der Wiege geſungen worden, daß ich mich gefangen halten laſſen ſolle in der dumpfigen Hinterſtube. Als meine Mutter ſelig das reiche leipziger Haus verließ, träumte ihr ſicherlich nicht, daß ihrer Tochter dereinſt der Platz mißgönnt wird, wo ſie ihr blindes Haupt hin⸗ legt.

Die junge Frau hatte den Knaben mit ſtrengem Blick aus dem Zimmer verwieſen; er folgte auf der Stelle und ein wenig beſchämt dem Befehl. Sie aber ſuchte, als die Thüre geſchloſſen war, ſein vorwitziges Wort zu entſchuldigen, er ſei ja noch ein Kind und meine es gar nicht ſo. Die Alte aber behielt ihren gekränkten Ton.

Er ſagt's aber, widerſprach ſie,und woher hat er's? Auf ſeinem Acker iſt das Sprüchlein nicht

1 4 V 1 1