Teil eines Werkes 
[1.] (1873)
Entstehung
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wär' wohl die Eile auch nicht ſo groß geweſen, für mich hätte es immer noch Zeit.

Ihr thut mir recht weh, Mutter, verſetzte die junge Frau und ſchüttelte ſeufzend den Kopf, indem ſie ihren Arbeitskorb von der Kommode nahm, ſich zu der Mutter an den Tiſch ſetzte, ſo daß ſie der auf den Hausgang führenden Thüre den Rücken zukehrte und zu nähen begann.Ich weiß gar nimmer, was ich thun ſoll, um Euch zufriedenzuſtellen.

Das Gebot befolgen und die Mutter ehren, da⸗ mit Du lange lebeſt und es Dir wohlgehe auf Erden.

Das hatte auch der kleine Fritz gehört, der hinter der Mutter wieder hereingekommen war und jetzt An⸗ ſtalten machte, ebenfalls ſeine Arbeit wieder aufzuneh⸗ men. Er hatte nur deßhalb Alles früher mit ſich ge⸗ nommen, weil es ſchon vorgekommen war, daß die Blinde in ſeiner Abweſenheitaus Zufall, wie ſie ſagte, das Tintenfaß umgeſtoßen oder das noch naſſe Schreibheft auf den Boden hinabgeſtreift hatte. Alt⸗ klug ſtreckte er jetzt das Näschen empor und rief:

Aber es heißt: du ſollſt Vater und Mutter ehren und die Großmutter will nie, daß ich den Vater ehre.

Wirſt Du wohl ſchweigen, kleine Lügenbrut! fiel ihm die Alte in's Wort.