Teil eines Werkes 
[1.] (1873)
Entstehung
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Kanapee konnte jene nicht ſehen, aber ſie hörte dieſe um ſo deutlicher. Schon lange malte ſich Unzufrieden⸗ heit und Aerger auf ihrem hageren, nach allen Rich⸗ tungen von Falten und Pockennarben zerriſſenen Ge⸗ ſichte. Endlich brach ſie das Schweigen, das ihr über⸗ haupt keine Gewohnheit zu ſein ſchien.

„Biſt noch immer nicht fertig?“ begann ſie mit nergelnder Stimme, ohne daß der Knabe ſonderlich Notiz von der wahrſcheinlich oft gehörten Redeweiſe genommen hätte.„Immer das Gekritzel auf dem Papier. Den ganzen Tag in der Schule, und ſobald Du da⸗ heim biſt, kreiſcht die Feder wieder in Einem fort, als ob Du ein Schreiber werden ſollteſt. Iſt auch eine ſchöne Beſchäftigung das, bei der nichts herauskommt, als Proceſſe und Leuteſchinderei und große Brocken für den, der's ſchon hat, aber ganz kleine Krumen für den armen Teufel mit der Feder hinterm Tintenfaß. Kenn' ſie gar gut, die Tintenkleckſer. Schwärmten aus und ein wie ein Bienenſchwarm im Kreisamt, unſerem Haus gegenüber. Mußt wiſſen, meines Vaters Haus ſtand draußen beim Kreisamte, wo ſie jetzt die neuen Fabriken hingebaut haben, wie ich mir ſagen ließ, und war ganz anders, als die erbärmliche Hütte hier. Iſt mir auch nicht an der Wiege geſungen worden, daß ich auch noch einmal ſollt' von fremder Gnade abhängen