11
mit dem dutzendweiſen Cigarrenabverlangen und ge⸗ meinſamen Losziehen über die Vorgeſetzten genügend ab. Das, was mich verhinderte, liegt tiefer— die Freundſchaft iſt's, die mich verhinderte, verſtehſt Du, Bruder Leichtſinn!“
Der Hauptmann ſprach dies in halb ſcherzhaftem, halb ernſthaftem Tone, aber in ſeinem Auge glänzte etwas, woraus ſich auf die tiefe Empfindung, die den Worten zu Grunde lag, ſchließen ließ.
„Hol' mich der Satan, Du ſollſt's auch nicht be⸗ reuen, Freund Riedhelm!“ entgegnete Oberlieutenant Börtling, indem er mit der Hand die auf dem Säbel⸗ korbe liegende Linke ſeines Nachbars berührte. Er ſchien wirklich bewegt, ſeine Augen wendeten ſich mo⸗ mentan von den Paſſanten ab und leuchteten treu⸗ herzig und zuverſichtlich auf, indem er hinzuſetzte: „Glaube mir, ich weiß dieſen Freundſchaftsdienſt zu ſchätzen, und ich wäre ein Lump, wenn ich Dich im Stiche ließe. Morgen ſchon ſchreibe ich meinem Onkel, er muß noch einmal herausrücken, wozu hat er denn das viele Geld und einen ſo hoffnungsvollen Neffen wie mich? Ein ſo koſtbares Kleinod muß man auch dem Werth gemäß faſſen.“
„Alſo in Chinaſilber“, verſetzte Hauptmann von Riedhelm kauſtiſch,„das genügt für böhmiſche Steine.“


