Teil eines Werkes 
4. Bd. (1875)
Entstehung
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küßte ihr die thränenfeuchten Augen. Dann hob er jauchzend den Knaben empor und drückte ihn an ſich.

Du mußt mir nicht wehe thun... wehrte ſich der Kleine...der böſe Papa iſt fort, Du biſt der gute Papa.

Und Weib und Kind umſchlingend, ſchluchzte der Glückliche:Mein ſeid Ihr, mein!

Von Mund zu Mund ging in der Geſellſchaft die Karnevalsneuigkeit von der Vermählung der Gräfin Konski mit Major Inderau, dem aus früheren Zeiten noch manche Erinnerung getreu war. So raſch nach dem Tode des Grafen, nicht einmal das Trauerjahr war eingehalten worden.

Es ſoll eine alte Liebe ſein... lautete die ſpöttiſche Entſchuldigung.

Und die roſtet ja bekanntlich nicht... gab achſelzuckend der Witz hinzu.

Wer glaubt an alte Liebe, wenn er nach neuer haſcht?

Ende.

Druck von Richard Schmidt in Reudnitz⸗Leipzig.