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den Schlitten nicht entgegeneile. Sie hatte verboten, die Ankunft des Gaſtes zu verrathen, und wollte ſich die Ueberraſchung nicht rauben laſſen.
Es währte nicht lange, ſo trat Sittah mit Al⸗ fred an der Hand herein. Es dämmerte ſchon leiſe, dennoch erkannte ſie Inderau ſofort. Ein leiſer Laut kam von ihren Lippen, dann ſtand ſie regungslos, als hätte ſie die Kraft verloren, ſich weiter zu be⸗ wegen.
Tiefer Purpur ergoß ſich über das von der Kälte friſch geröthete Geſichtchen, um das ſich weicher Pelz ſchmiegte und das in ſeiner Zartheit an die kaum wieder gewonnene, nur langſam erſtarkende Geſund⸗ heit mahnte, die ihm einen Schmelz wie den der erſten Jugend verlieh.
Der Knabe ſprang ſogleich jubelnd auf Inderau zu, der in ihren Anblick ſprachlos verſunken war, und nun ſeinem Herzen in Liebkoſungen Luft machte, die das Kind fröhlich erwiderte.
„Da haſt Du ihn nun...“ brach die Stifts⸗ dame das Schweigen...„Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt, Graf Iſolan, der weite Weg entſchuldigt Euer Säumen. Es paßt wörtlich.“
Inderau ging jetzt Sittah entgegen, er reichte ihr beide Hände hin.


