die arme verlaſſene Frau heranzutreten, ſtatt ſich, wie er gethan, in übertriebenem Zartgefühl von ihr fern zu halten, als nach jener Kataſtrophe, die ſie zur Wittwe gemacht, eine ſchonende Verſtändigung, eine ſtützende Freundeshand ihr nothwendig war.
Frau Bertha hatte freilich ihren Bruder aufge⸗ fordert, die Miſſion ſelbſt zu übernehmen, doch der hielt es für taktlos, gerade in dieſem Moment und mit ſolcher Botſchaft vor Sittah hinzutreten, und am Ende ſie gar öffentlich zurückzugeleiten, er ſchob den Schwager vor und hielt ſich die paar Tage, ehe er die Heimreiſe antrat, vollkommen zurück.
Der tapfere, ſchlachtenbewährte Mann fand nicht einmal den Muth, durch eine telegraphiſche Anfrage und die nach einer weiter vorwärts gelegenen Station beſtellte Antwort die quälende Ungewißheit aufzuhellen, der er entgegenging. Es war ihm, als müßte er da⸗ durch das Unheilvolle beſchleunigen, dem er in's Auge zu blicken ſcheute.
Wie hatte ſich das Alles noch geſteigert, je näher er dem Ziele kam, als er das Dorf, das Schloß er⸗ blickte, als er den Weg zur Anhöhe hinauffuhr! Zu⸗ gleich antreiben und zurückhalten hätte er die Pferde mögen, das Herz war zum Zerſpringen voll. Wie
ſegnete er das erſte Wort, das ihn erlöſte! Eine Ber⸗ Byr, Quatuor, IV 14
———
— 8 ————————V—
———


