Teil eines Werkes 
4. Bd. (1875)
Entstehung
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volle Zukunft vor ſich, von der Natur mit Vorzügen ausgeſtattet, die ihn ohne ein beſonderes Dazuthun überall zum Günſtling der Damen wie zum Liebling der Kameraden machte, war es ihm kaum zu verdenken, wenn er zuweilen in ſprühendem Uebermuth die Schran⸗ ken ängſtlicher Sitte überſprang und, unbekümmert um die Mahnungen der Weiſen, Maßvollen und Zag— haften, das Leben voll erfaßte und Luſt und Freude in tiefen Zügen trank.

Und keins der Frauenbilder, deren Huld er noch erſehnt, hatte ihn bisher ſo raſch, ſo überwältigend gefeſſelt, wie jene weiße Dame dort, und immer noch war es ihm nicht gelungen, einen Blick in ihr Auge zu thun, das aufmerkſam der Bühne zugewendet blieb. Längſt hatte die Begleiterin den jungen Offizier wahr⸗ genommen, der die Loge ſo ausdauernd durch ſein Glas fixirte. Faſt war's, als höbe ein Seufzer ihre üppige Bruſt, ein Seufzer der Erkenntniß, daß dieſe optiſche Belagerung nicht ihr mehr gelte. Sie neigte ſich zu ihrer jungen Gefährtin, ein Flüſtern zwiſchen Beiden und nicht lange währte es, da nahm die weiße Dame ihr Opernglas zur Hand und ließ es erſt durch's Parterre, dann über den erſten Rang hinſtreifen, zu⸗ fällig wohl gerade an der bezeichneten Stelle länger innehaltend.