237
aufhören, ein ſeliges Selbſt zu ſein, frei von den Klein⸗ lichkeitszwecken der Ernſt ſpielenden Erde— ein Se⸗ liger, im Bewußtſein des heiligſten Beſitzes— an der Bruſt ſeines Weibes.
Ein Arm legt ſich um ſeinen Nacken,— der Freund, der Bruder iſt zu ihm herausgetreten. Lange halten ſie ſich ſchweigend umſchlungen und horchen den ſüßen Klängen.
Dann deutet der Freund weit hinaus.
„Siehſt Du die Stelle dort im See?“ fragt er leiſe.„Dort in der Tiefe ruht der Hort meines Glückes. Dort glaubt' ich mein Herz zu verſenken— es tauchte größer, reicher, glücklicher empor.— Fühlſt Du wie ich?— Nun, gute, gute Nacht!“
Die Muſik erſtirbt, der Ton verhallt, das Licht erlöſcht, tiefe Stille träumt in der Natur, der Mond ſchwebt einſam über dem See— ein Silberſtrahl ſtiehlt ſich durch das Geranke am Balkon und küßt den Abend⸗ thau von einer ſüßen Roſe.—
Ende des zweiten Bandes.
1 2 4 4


