I.
Ein tragiſches Kapitel.
In milden Schwingungen klingen die Abendglocken über den See hin.
An dem ſo eigenthümlich geſchnittenen Kamme des Traunſteins hängt noch der goldene Strahl der ſchei⸗ denden Sonne, wie in einer letzten Umarmung, wie in einem letzten innigen Kuſſe. Immer höher hinauf war der helle Schein des Tages geflohen, immer höher, unmittelbar gefolgt und emporgedrängt von den nach⸗ ſetzenden, emſig aufwärts kletternden Schatten, die be⸗ reits das ganze herrliche Thal erfüllen und dennoch zu leicht ſind, um die wunderbar ſcharfen Contouren zu verhüllen, über welche ſie nur den weichen Reiz der ſanften gemilderten Töne breiten.
Die am Tage ſo ſteil und trotzig in die Fluthen 1*


