Teil eines Werkes 
1. Bd. (1875)
Entstehung
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umrahmte das Bild, nicht gerade friſch, doch auch nicht ganz verwelkt, ſo daß man ſchließen konnte, das Bild ſei vor nicht gar langer Zeit vielleicht bei irgend einer ſtillen Erinnerungsfeier damit umwunden worden.

Armer Freund Haun, für Dich war er jedenfalls zu friſch!

Und dieſer Kopf, der Kopf eines Landſtreichers? Wie Einen die Phyſiognomik doch irre führen kann! Ich hätte den Mann für alles Andere gehalten. Was war die Urſache, daß er den Rodenhof mied? Was für Scenen hatten ſich hier abgeſpielt? Dieſer Roden⸗ hof, über den ich eben noch die Naſe gerümpft, war mir überhaupt nach Haun's letzter Aeußerung plötzlich in anderer Beleuchtung erſchienen. Unter ſolchen Um⸗ ſtänden mußte ſich das Urtheil modifiziren. Nüchtern und gewöhnlich ſind relative Begriffe, und ich fand mich auf einmal unendlich albern mit meiner abſpre⸗ chenden QOberflächlichkeit, die einem zwanzigjährigen, blaſirten, ſuperfeinen Commis voyageur alle Ehre ge⸗ macht hätte.

Auch die Frau gewann eine andere Stellung. Ihre Leiſtungen würdigend, blickte ich bald auf den halbwelken Kranz, bald auf das— wie man an den zerleſenen Blättern ſah— oft in Anſpruch genommene Bücherbrett und gedachte dann wieder der Redewen⸗

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