Teil eines Werkes 
1. Bd. (1875)
Entstehung
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Fichtenſtamm das umkippende Vehikel geſtützt und vor dem Kentern bewahrt hätte.

Unwillkürlich umfaßte ich die rauhe Kapuziner⸗ kutte meiner Nachbarin, bereit, ihr meine Dankbarkeit werkthätig zu bezeigen, indem ich ſie bei dem Sturz in's Meer rettete oder mit ihr gemeinſam unterging. Sie aber rückte ganz ruhig auf dem Sitze zurecht und ohne darauf Rückſicht zu nehmen, wie ich mich ſelbſt wieder in Ordnung brachte, ſagte ſie mit derſelben weichen tiefen Stimme, die ich ſchon einmal gehört:

Sepp, nimm die Latern' und leucht' ein Oertl!

Das war im reinſten Lokaldialekt geſprochen und während der Kutſcher abſtieg, die Zügel meiner Nach⸗ barin übergab und dann mit der Laterne, in der er Licht gemacht, den langſam folgenden Braunen voran⸗ ſchritt, überließ ich mich meinen Muthmaßungen über Alter, Ausſehen und ſonſtige Eigenſchaften der Roden⸗ hoferin, von der ich auch noch keinen Zug geſehen hatte.

Wahrſcheinlich hatte ich da eine wohlhabende Bauersfrau neben mir, darauf deutete ihr Titel, das Fuhrwerk, ſelbſt das ſchwere meſſingbeſchlagene Pferde⸗ geſchirr hin, aber eine originelle Frau mußte das doch ſein, um ſo mit aller weiblichen Eitelkeit und mit der Landesſitte zu brechen und ſich in die allerdings bei