zur Heiligſprechung gefordert. Vor allem das Wun⸗
derwirken. Und an Dir iſt nicht einmal das allerein⸗ fachſte Wunder der Welt geübt worden; die Liebe nicht vergeſſen gelernt. Sei ſtill,
Du haſt durch
Du brauchſt mir nichts zu ſagen— ich weiß Alles, kenne die Men⸗ ſchen. Das Geſpenſt der Vergangenheit ſpukt in Dir, und wer Geiſter ſieht am hellen lichten Tage, iſt nicht geſund.“
„Was willſt Du damit ſagen?“ preßte Gerhard mühſam und leiſe hervor. Er war ſehr bleich geworden und hatte ſich von ſeinem Sitze erhoben.
„Was ich damit ſagen will, weißt Du ſo gut als ich. Spiele nicht länger Verſteckens mit mir. Du denkſt noch immer an Adrienne.“
Gerhard zuckte, als hätte der Freund eine wunde Stelle berührt. Er ſchloß die Thür, nachdem er zuvor einen Blick in das äußere Zimmer gethan, und ſchritt dann unruhig, geſenkten Kopfes auf und ab.
„Und wenn es ſo iſt“, ſagte er nach einer ge⸗
raumen Weile, während welcher beide ſtumm geblieben
waren,„verdiene ich einen Vorwurf? Läßt ſich in ſo kurzer Zeit, läßt ſich überhaupt vergeſſen, was einmal ſo tief ins Leben eingeſchnitten hat? Ich weiß, daß auch Dich eine Erinnerung getreu begleitet, die Du nicht zu verwiſchen vermagſt.“


