— — x—
226
Die Mahlzeit war vorüber, auf dem Tiſche vor dem Divan ſtanden unter verſchiedenen, zur Seite ge⸗ räumten Zeitungen und Broſchüren die Taſſen mit dampfendem Kaffee, deſſen Duft ſich mit dem feinen Aroma der Cigarren mengte, welche der Wirth ſeinem Gaſte angeboten hatte. Durch die offene Thür kamen aus einem entfernten Gemache gedämpft und mild die Töne eines Flügels, der weiche Anſchlag verrieth eine Frauenhand. Stumm rauchten die beiden Männer eine Weile und gaben ſich— der eine auf dem Divan, der andere in einem Schaukelſtuhl— dem durch eine ſüße leiſe Ermattung geſteigerten Genuſſe hin. Das Lied verklang leiſe, die Töne erſtarben.
„Wann geht morgen der erſte Zug?“ wurde das Schweigen endlich gebrochen.
„Wie? Du willſt ſchon wieder fort, nachdem Du knapp vor Tiſche erſt gekommen? Gefällt Dir's nicht bei uns?“
„Lächerlich! Wie ſollte es einem denn nicht ge⸗ fallen!“ fuhr Streicher auf.„Bin ich ein Barbar im Geſchmacke? Nur zu ſehr gefällt mir's, aber das verweichlicht, das erſchlafft, ich fühle es ſchon jetzt und das iſt gefährlich. Da iſt's am beſten, aufzu⸗ brechen.“
„Ja, warum ſollteſt Du Dir aber nicht Muße
—


