Teil eines Werkes 
5. Bd. (1871)
Entstehung
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in ſein Haus, pflegen und behüten, bis die geheilte Seele, im Glücke erſtarkt, ihm den ſchönſten Lohn bie⸗ ten konnte, die dankbare, liebevolle Erkenntniß ſeiner befreienden That. Er küßte Adrienne auf die Stirn, als drücke er ihr damit das Siegel der Erlöſung und Heiligung auf.Aber auch Du, ſagte er mit zarter Mahnung,mußt Dein volles Vertrauen in mich ſetzen; wie Du an meinen ehrlichen Willen, an meine Liebe glaubſt, ſo mußt auch Du mir die Ueberzeugung geben, daß in Deinem Herzen kein Rückhalt, keine Falte iſt, die ſich meinem Auge verbirgt. Ich will auf den Vor⸗ wurf meines Briefes nicht zurückkommen, es ſei abge⸗ than, aber von heute an, Adrienne, ſei Wahrheit zwi⸗ ſchen uns, volle Wahrheit, hörſt Du mich? Ich rede nicht von abſichtlicher Lüge. Sie Dir zumuthen, hieße Dich von mir ſtoßen, ich weiß es, aber auch ein Ver⸗ ſchweigen iſt zwiſchen uns undenkbar, jedes Ausweichen würde das Vertrauen unheilbar erſchüttern, der ge⸗ ringſte Mangel an Aufrichtigkeit wäre das Ende unſerer Liebe. Alles muß klar ſein in uns, in die Tiefe der Seele des andern muß jedes ungehindert ſchauen können, kein Schleier darf ſie verhüllen; nur eine Un⸗ lauterkeit, und wir wären für immer getrennt. Ich war nicht unlauter gegen Dich Adrienne! fiel ihr Gerhard ernſt ins Wort,