Teil eines Werkes 
3. Bd. (1871)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

198

beiſeite geſchobene Alter fühlt bei den Erfolgen der leicht⸗ lebigen, pietätloſen Jugend. Der Alte grollt da oben und hält ſich feſt und aufrecht, als wolle er dem unvorſich⸗ tigen Wanderer unten im Thale wie eine Warnung entgegentreten, die, auf die Vergangenheit weiſend, der Gegenwart den Spiegel vorhält.

Der Burgherr unten aber reibt ſich fröhlich die Hände, mit welchen er einſt den Reuigen und Buß⸗ fertigen der Kirche Segen geſpendet, als er noch das Wunder der Meſſe in ſeiner Heimat Italien voll⸗ brachte. Seither erſchien ihm das der Roulette weit erſprießlicher, er vertritt nicht mehr Gott dem Volke gegenüber, ſondern das Volk im Bundesrathe ſſeiner neuen Heimat. Abbate Fama iſt freier Schweizer, Familienvater, Spielbank⸗Unternehmer und Deputirter, fröhlich blickt er hinauf zu dem alten Thurme, nickt und behält Recht.

Wir haben keine dumpfen Verließe, in welche wir grauſam unſere Gefangenen werfen, mag er ihm zu Zeiten zurufen; prachtvolle Säle mit reichen Vergoldungen und geſchmackvollen Decorationen nehmen ihn auf, keine Kette feſſelt ihn, nur ſeine Leidenſchaft, er ruht nicht auf kaltem Stein, ſondern ſauf elaſtiſchen Sammtpolſtern, ſein Fuß gleitet nur ſauf glattem Parquet, nicht in Feuchtigkeit und Moder aus. Waſſer