Teil eines Werkes 
3. Bd. (1871)
Entstehung
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dienſtfertige Tante machte; ehe ſie jedoch die Thür er⸗ reicht hatte, trat Adrienne in eleganter Toilette von grüner Seide, ſtrahlend von Schönheit ins Zimmer. Um den Hals hielt ein granatrothes Band ein kleines Kreuzchen und ein eben ſolches Band ſchlang ſich um das nur flüchtig aufgeknotete Haar. Das geübteſte Auge hätte keinen Mangel an dem ſo ungemein raſch vollendeten Anzuge entdeckt, und Gerhard, der Alles an der Geliebten bewunderte, freute ſich natürlich auch über dieſe ungewöhnliche Gewandtheit und den durch die Raſchheit nichts einbüßenden Geſchmack, der ſich in Adriennens Erſcheinung zu jeder Zeit kund gab.

Der leere Platz an Gerhard's rechter Seite war nun beſetzt. Adrienne verbat ſich den Wein auch das gefiel Gerhard, gerade um des vorhergegangenen Geſprächs willen; er betrachtete Adrienne mit innigem Blicke, ſie aber wich demſelben laus und richtete ihre Augen auf das Armband, an dem ſie zu ordnen und zu drehen hatte.

Schließt es nicht gut? fragte ihre Schweſter. Es wäre das kein gutes Zeichen. Ich habe Adrienne ſehr zuſprechen müſſen, es anzulegen, ſetzte ſie mit ei⸗ nem Blicke ſchlauen Einverſtändniſſes auf Gerhard hinzu.Sie iſt ſehr eigen. Gewiß hat ſie noch nicht gedankt.