Teil eines Werkes 
3. Bd. (1871)
Entstehung
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häubchen zu coiffiren, das er vielleicht ſeiner Tante ge⸗ raubt haben mochte, als es unbemerkt herabfiel.

Wer weiß, wie lange Gerhard, von dem bezau⸗ bernden Anblick des ſchönen Mädchens, das wie Dorn⸗ röschen zu ſchlafen ſchien, gefeſſelt, regungslos an der Thür ſtehen geblieben wäre, wenn Nero und Maxime nicht auf ihn aufmerkſam geworden wären.

Der Hund knurrte und der Kleine rief mit ſeiner hellen Stimme:Adrienne, ton monsieur! was wie ein Alarmſignal wirkte.

Die Leſende fuhr auf, ließ raſch ihr Buch ſinken und glitt mit den Füßen, die ſie verſchämt zu bedecken ſuchte, blitzſchnell auf den Boden herab. Aber als hätte die Ueberraſchung ihre Glieder gelähmt, blieb ſie ſitzen und ſah verwirrt zu dem lächelnd näher Treten⸗ den auf. Gerhard that es leid, die Ruhende aufgeſtört zu haben, er bedauerte, dieſe zierlichen Pantöffelchen nicht mehr zu ſehen, und doch hätte er entzückt die Hand küſſen mögen, welche mit ſo züchtiger Haſt die ſelben unter den Rockfalten barg.

Was fällt Dir ein? ſchalt Adrienne ihren Neffen in franzöſiſcher Sprache.Man ſagt: Mon⸗ ſieur Strandau.

Gerhard hörte die Verlegenheit aus dem Ton, in welchem dieſe Worte geſprochen wurden, er erkannte ſie