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ſein, ehe Du noch zur feierlichen Liebeserklärung ge⸗ kommen. Gute Unterhaltung“, rief er noch im Fort⸗ gehen zurück,„und wenn Du ein Penſee ſiehſt, ſag', ich laſſ' es grüßen!“
Was ſollte der ſonderbare Schlußſatz, die ganze eigenthümliche Weiſe überhaupt? Der Freund wurde allmälig recht unangenehm, Gerhard konnte es ſich nicht verhehlen. Alle die guten Eigenſchaften, die in frühern Jahren Streicher's Abſonderlichkeiten erträglich gemacht, ſchwanden immer mehr und mehr und die unverträgliche Seite kehrte ſich nachgerade ſo rauh her⸗ aus, daß von dem Vergnügen, auf das Gerhard beim diesjährigen Beiſammenſein gerechnet, wohl keine Rede war. Der Reichthum an Erlebniſſen, den Streicher ſonſt in Anekdoten zu verwerthen verſtand, ſchien ver⸗ ſiegt, Alles, für was er ſich ſonſt intereſſirte und mit vieler Klarheit auszuſprechen wußte, für ihn nicht mehr vorhanden zu ſein, die Lichtblicke ſeiner Laune, von Jahr zu Jahr ſeltener geworden, waren jetzt ganz und gar in ſchwarzgalliger Mißſtimmung erloſchen und die Reizbarkeit wie der fortwährende Widerſpruch zur Unerträglichkeit geſteigert. An die Stelle eines ange⸗ nehmen Zuſammenlebens war zwiſchen den beiden Freunden unausgeſetzte Reibung getreten und Gerhard geſtand ſich ſeufzend ein, daß das langjährige herzliche


