Teil eines Werkes 
3. Bd. (1871)
Entstehung
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auf der Höhe wiederzuſehen. Hier unten war Nebel und Verſtimmung, dort Sonnenſchein und Troſt für das Gemüth, und unverweilt machte er ſich auf

den Weg.

Er war überraſcht, als er unweit des Punktes, wo der Fußpfad durch die Weinberge von der Straße ablenkte, ſeinen Freund Streicher in ſo eifrigem Ge⸗ ſpräche mit einem hochaufgeſchoſſenen Burſchen fand, daß die Annäherung erſt bemerkt wurde, als Gerhard ſchon zu ihnen trat.

Streicher gab dem Burſchen, deſſen ſich Gerhard als eines Gondelführers erinnerte, Geld mit bezeichnen⸗ der Geberde und der junge Menſch entfernte ſich, indem er das ihm auferlegte Schweigen angelobte. Zugleich auch wendete ſich Streicher um, erkannte den Freund und war zum Theil frappirt, zum Theil aber wie von einem Lichtſchein triumphirender Freude verklärt.

Du ſtrahlſt ja ganz, begann Gerhard lächelnd. Sollte am Ende Montreux für Dich doch einen Reiz gewonnen haben, der den Unſtäten feſſelt? Du haſt Geheimniſſe mit Deinem Gondoliere man möchte den⸗ ken, wir ſeien in Venedig.

Man iſt hier wenigſtens nicht ſpröder, lachte Streicher, und das war bei ihm eine ſo große Selten⸗ heit, daß Gerhard verwundert aufſah; es mußte ſeinem