195
aber bog ſich mit einer Geberde des Abſcheus zur Seite und ſchlüpfte haſtig zur freigewordenen Thür hinaus.
„Ah, die kleine Eidechſe!“ nahm darauf Frau von Rüderich wieder das Wort.„Ich habe Sie ſtark im Verdacht, Strandau, daß Sie die Kleine zu zähmen verſuchten. Hehe! Darum ſchienen Sie geſtern ſo un⸗ gehalten, als ich meine Bemerkungen über die ältere Schweſter machte. Ich habe es ganz gut bemerkt. Es war klug von Ihnen und dem Grafen Felix, daß Sie ſich ſo hübſch theilten. Sagte ich nicht, Sie würden mir ein Kapitel für meinen nächſten Roman liefern? Hehe, nun hätten wir ſogar ſchon das zweite: Eine Muſikſtunde.“
„So dürfte Ihr Roman ſchließlich doch aus lau⸗ ter ſelbſterfundenen Kapiteln beſtehen“, entgegnete Ger⸗ hard, der den Redefluß nicht früher zu unterbrechen vermochte, in trockenem Tone.„Sie ſind, wie ich mir zu bemerken erlaube, im vollkommenſten Irrthum.“
„Natürlich, natürlich, Beſter! Darüber ſind wir einig. Ein muſikaliſcher Streit, wie das ſo vorkommt, zwiſchen Meiſter und Schülerin. Ich hörte von Ihren Morgenlectionen, und da ich eine große Freundin von Muſik bin, kam ich auf die Idee, einmal zuzuhören.
Ich kam zur unrechten Zeit, wie es ſcheint. Eine Con 13*


