Teil eines Werkes 
2. Bd. (1871)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

73

8

„Aha! ein Stückchen à la prestidigitateur“, flocht der Graf, ſein Verſprechen vergeſſend, ein.

„Er bat den Sultan, die vier Fenſter des Kiosks ſchließen zu laſſen. Nach einiger Zeit öffnete er den Laden des Fenſters, welches nach den Höhen ging. Sie zeigten ſich bedeckt mit feindlichen Reitern, welche im vollen Lauf der Pferde gegen die Stadt anrückten. Der Sultan ſprang auf und griff kampfluſtig nach ſeinem Schwerte und der Scheikh hatte Mühe, ihn ſo lange zu beruhigen, bis er das Fenſter geſchloſſen und wieder geöffnet hatte. Kein Feind war mehr zu ſehen, die Gegend friedlich wie zuvor. Der Sultan war er⸗ ſtaunt. Scheikh Schehabeddin aber führte ihn an das zweite Fenſter, das gegen Kahirah ſah. Als der Laden aufgeſtoßen wurde, erblickte der Sultan mit Entſetzen die Stadt in vollem Brande. Die Flammen ſchlugen wild empor und beleckten das Gewölbe des Himmels. Auch hier genügte ein einfaches Schließen und Wieder⸗ öffnen des Ladens, die Erſcheinung verſchwinden zu machen. Aus dem dritten Fenſter ſah der Sultan den Nil zum Meere angeſchwollen, ſeine mächtigen Wogen bis an den Kiosk heranwälzen, aus dem vierten die Wüſte in einen Blumengarten und dichtbelaubten Hain verwandelt, und jedesmal war die Täuſchung wieder fort, wenn ſich das Fenſter zum zweiten Male aufthat.