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Mr. Lesley horchte athemlos, es traten ihm zwei, große Thränen in die Augen, die aber nur Gerhard allein die braunen Wangen herabrollen ſah. Auch dieſer hatte aufmerkſam gelauſcht, wenn auch mehr mit dem Ohre als mit dem Herzen.
„Das war eigentlich nursgeſummt“, ſagte er, nach⸗ dem der Geſang geſchloſſen war und alle Beifall ge⸗ ſpendet hatten, mit dem Ernſte des Lehrers,„aber was der Ton einbüßte, hat der Ausdruck gewonnen. Es war heute Gefühl in Ihrer Stimme— halten Sie den Vortrag feſt.“
Lizzie warf unmuthig die feine Oberlippe auf ihre Schläfe rötheten ſich ein wenig.
„Ich glaube“, ſagte ſie ärgerlich,„Herr Stran⸗ dau wünſchte im Intereſſe meiner muſikaliſchen Aus⸗ bildung, daß ich mir alle Tage den Fuß verſtauchte. Ein ſehr zweifelhaftes Mitleid; als ob ich ſonſt kein Gefühl hätte! Ich mag's nur nicht in den Geſang egen, wenn ich im Salon ſitze und die ganze Penſion zuhört.“
Gerhard mußte unwillkürlich lachen; das war wieder der drollige Unmuth des altklugen Kindes, das ihm ſchon wiederholt ſo überaus ernſthaft ins Ge wiſſen geredet. Jetzt erſt empfand er, daß es mit
dem Kuſſe, über den er ſich noch immer Vorwürfe ge⸗ 5*


