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Aber dann ſtieß Gerhard all dieſe unwürdigen Verdächtigungen wieder von ſich, er dachte an Strei⸗ cher. War dieſe enghherzige Atmoſphäre des kleinen Krähwinkel mitten in dem gleich einer großen Stadt bevölkerten und durch den Zuſammenfluß der verſchie⸗ denartigſten Menſchen und Nationen fortwährend be⸗ lebten Complexe von Ortſchaften, in deſſen Einwohner⸗ ſchaft der ſtete Wechſel eine friſche, anregende Strömung erhält, war dieſe kleinſtädtiſche Klatſchſchlucht, dieſe Freude an übler Nachrede epidemiſch, daß jetzt auch er ſich ſo ohne weiteres geneigt fühlte, das Böſe zu glau⸗ ben und Andern zu mißtrauen, er, der doch eben erſt ſelber die Erfahrung gemacht, wie nichts als ein eigen⸗ thümliches Zuſammentreffen von Umſtänden dazu ge⸗ höre, von der Schelſucht ungehört verdammt zu wer⸗ den, wenn die Anklage auch noch ſo unwahrſcheinlich klang?
Unter ſolchen Gedanken ſah Gerhard wenig von den waffengefüllten, alterthümlichen Sälen des düſtern Schloſſes, das zum Theil auch heute noch als Gefäng⸗ niß verwendet wird, wenn auch die humanere Zeit den Gefangenen heutzutage nicht mehr die urſprünglich zu Kerkern hergerichteten Räume anweiſt und den Sträf⸗ ling für die Entziehung der Freiheit ſoviel als mög⸗ lich dadurch ſchadlos hält, daß ſeine Exiſtenz innerhalb


