Teil eines Werkes 
2. Bd. (1871)
Entstehung
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und ſahen ſich mit Erſtaunen Gerhard gegenüber, während die Baronin ſchon wieder mit gerungenen Händen über das Bett gebeugt auf den Knieen lag. Die Situation war eine ſonderbare, und aus den verſchiedenen Ausrufungen und Zlicken, die ihm galten, erſah Gerhard, daß er der Gegenſtand eines eigen⸗ thümlichen Verdachtes ſei, den die Umſtände leicht gegen ihn erwecken konnten. Er fand es daher noth⸗ wendig, vor allem in wenigen Worten ſeine Anweſen⸗ heit zu erklären und auf den Zuſtand des Barons aufmerkſam zu machen. Dabei fiel ihm erſt die überaus mangelhafte Toilette der armen geängſtigten Frau auf und er nahm raſch ein großes Tuch von einem Stuhle und legte es ihr über die entblößten Schultern. Inſtinctiv zog ſie es über der Bruſt zu⸗ ſammen, ſie dachte jetzt ſicherlich an keine Forderung der Convenienz. In ſolchen Momenten, wo der Menſch ausſchließlich von einem Gedanken beherrſcht iſt, fallen alle anerzogenen Rückſichten weg und es bleibt nur die unverfälſchte Natur, die, von der Tra⸗ gik des Moments mit fortgeriſſen, für die kleinlichen, künſtlich ausgeklügelten Begriffe von Sitte und Moral kein Verſtändniß mehr hat. Es ſchien die Eingedrungenen eine eigenthümliche Scheu in dem von dem Bette entfernteſten Winkel ge⸗