Teil eines Werkes 
1. Bd. (1871)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

191

Sehr gütig!

O nicht doch, man weiß, was man ſeinem Stande und einem ſolchen Talente ſchuldig iſt. Sie kommen alſo? Die Herren Künſtler ſind ja immer auf Reiſen. Ich freilich könnte mich zu einem ſolchen Leben ſchwer entſchließen. Monſieur Randonet zieht auch immer umher, er hat ein großes Carrouſel und einen Schieß⸗ ſtand auf Zimmergewehre, ſeine Frau war ſogar in Holland und bäckt vortreffliche Waffeln, aber wenn ſie von einer Reiſe nach Hauſe kommen, ſagt die arme Frau immer, wie ſie ſich freue, daß der Feldzug ſo ſagt ſie beendet ſei. Sie bliebe ſehr gern in Oron la ville und ich begreife das, es iſt dort wirk⸗ lich ſehr hübſch, ſehr angenehm und man hat ſeine Ge ſellſchaft.

Gerhard mußte an ſich halten, um nicht zu lachen, um ſo mehr, als er hörte, wie Herr von Kuruſoff ſeiner Sehnſucht, dieſes herrliche Städtchen kennen zu lernen, Ausdruck verlieh, wofür ihn ein dankbarer Blick des Fräuleins belohnte. Um doch etwas zu ſagen, fragte Gerhard, wie es die Damen über das Herz gebracht hätten, dennoch ihre ſo ſehr geliebte Hei⸗ mat zu verlaſſen.

Mademoiſelle Henriette nahm nun das Wort. Sie erzählte eine ziemlich ausführliche Geſchichte von der