—————
—
26
„Das bin ich“, verſetzte der Engländer ziemlich kurz und mit einer nichts weniger als heitern Miene. „Aber ich frage gar nicht. Sie kommen doch nach Montreux? Ich vermuthe ſo, denn ich habe geſtern beim Diner ſchon die Ehre gehabt, Ihren Freund an der Tafel zu ſehen. Wir wohnen im ſelben Hauſe— Hotel Germain.“.
Gerhard konnte bei den letzten Worten ſeine Ueberraſchung nicht unterdrücken. Verwundert ſah er ſeinen Freund an und warf die Frage hin:
„Nicht im Hotel de Cygne? Im Reiſehandbuch ſteht es doch als das erſte bezeichnet. Ich dachte, Du hätteſt dort uns eingemiethet.“
Streicher ſchien ſchon wieder die kräftige Abwehr eines feindlichen Angriffs für nöthig zu erachten.
„Ich habe keine Luſt, für Marmor und Vergol⸗ dungen zu bezahlen“, fuhr er auf.„Ich haſſe alle dieſe Hotels erſter Klaſſe, wo man zu Tiſche geht, wie ein Prieſter zur Meſſe, umwedelt von Weihrauch⸗ fäſſer ſchwingenden Miniſtranten im ſchwarzen Fracke, wo man ſchläft wie ein Bettler und Rechnungen erhält wie ein Fürſt.“
„O fürchten Sie nichts!“ miſchte ſich Mr. Lesley gutmüthig ein.„Sie ſind im Hotel Germain
——,y,——


