Teil eines Werkes 
1. Bd. (1871)
Entstehung
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Silberfaden. Die kräftig edlen Züge waren etwas bleich, aber das machte nicht den Eindruck der Kränk⸗ lichkeit, ſondern nur der Senſitivität einer empfänglichen Natur. Die moderne Reiſekleidung deutete wie der elegante Nachtſack aus dunkelgrünem Leder freilich auf die Gewohnheit hin, der eigenen Perſon eine gewiſſe Aufmerkſamkeit zuzuwenden. Dazu ſtimmten auch die feinen, tadelloſen Handſchuhe; wer aber die Ungezwun⸗ genheit der Bewegungen, die Gleichgültigkeit gegen die in Unordnung gerathene, überhaupt ungekünſtelte Friſur, die Achtloſigkeit, mit welcher die hübſche Ledertaſche auf den ſchmuzigen Fußboden gelegt wurde, prüfend zuſammenhielt, mußte die Ueberzeugung gewinnen, daß dieſe Gewohnheit eine eigentlich unbewußte, ſchon in der Erziehung gelegene war, die aus der Unbeſchränkt⸗ heit der Mittel von ſelbſt entſpringt, wenn der ange⸗ borene Sinn für das Schöne nicht immer mit der Sorge zu kämpfen und jede Ausgabe dem Bedürfniß abzuzwingen hat.

Das unfreiwillige Wächteramt, das Streicher auf⸗ erlegt war, nahm ihn nicht lange in Anſpruch, denn ſchon nach wenigen Minuten kehrte ſein Freund mit einem Träger zurück, dem der Nachtſack ſammt dem Ge⸗ päckſchein übergeben wurde. Streicher ließ ſeinen Arm nehmen, und plaudernd ſchritten beide hinab gegen den