Teil eines Werkes 
1. Bd. (1876)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24 234

Und werden Sie bald fertig ſein mit der Com⸗ poſition? fragte Ulrich, nur um etwas zu erwidern. Ich ja, ich wäre ſchon fertig. Aber dieſe Dichter! Dieſe Dichter! Sie glauben gar nicht, wie wir unſere liebe Noth mit ihnen haben. Da ſind Sie hundertmal beſſer daran, Sie hängen von keinem Men⸗ ſchen ab. Die Abhängigkeit iſt's, die die Muſik ernie⸗ drigt. Sie ſollte uns gebieten als unumſchränkte Herr⸗ ſcherin und muß ſich die Abhängigkeit gefallen laſſen. Und dieſe Dichter! Glauben, daß jede Zeile, die ſie geſchrieben, Gold iſt. Als wenn nicht wir ihnen eigent⸗ lich die Ideen gegeben. Das iſt das Einzige, worin Wagner vernünftig iſt. Er braucht keinen Dichter. 6 Ich habe leider keine Zeit, auch das noch zu beſorgen, und jetzt macht mir mein Librettodichter tauſend Schwierigkeiten. Ich ſoll eben eine wichtige Beſpre⸗ chung haben über die Schlußſcene. Such' ich ihn, iſt er nicht zu Hauſe. Und während ich nicht zu Hauſe war, hat er mich aufgeſucht, gerade als hätte er eine Ahnung gehabt. Nun hinterließ er mir eine Beſtellung zum Director. Haben Sie etwas Anderes zu thun? Nicht? Nun, ſo kommen Sie mit. Ich kenne ja den Director gar nicht, wendete Ulrich ein. Ulrich überlegte. Die Aufforderung des Hofmar⸗