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Als er eine halbe Stunde ſpäter die ſchmale, ei⸗ gens zu ſeinem Atelier führende Treppe hinunterſtieg, fand er auf einem Bänkchen im Hofe ſeine Pflegemut⸗ ter ſitzen. Er wollte mit einem freundlichen Gruße raſch vorüber, ſie fing aber ſeinen Rockſchooß und hielt ihn daran zurück.
„So fort willſt Du“, beklagte ſie ſich,„und nicht einmal Rede ſtehen? Du haſt ja noch gar nichts er⸗ zählt von Dreibuchen und dem Herrn Baron und dem jungen Herrn und von dem garſtigen Monſieur Flan⸗ dron und dem lieben geiſtlichen Herrn, und iſt denn der Joſef auch noch da? Es hat gewiß etwas gegeben, daß Du ſo geſchwind wieder hier biſt. Ja, ja, das laß ich mir nicht nehmen!“
Eine der hervorſtechendſten Eigenſchaften der alten Frau war die Neugierde. Sie wußte denn auch Alles, was in ihrem Hauſe, und ſogar, was in der Straße vorging; zu letzterem Zwecke hatte ſie auch darauf ge⸗
drungen, daß ſich ihr Mann eigens ein Zimmer im Vorderhauſe reſervirte, das den Eingang unter dem Thorbogen und ein Parterrefenſter nach der Straße hinaus hatte, an dem ſie allein oder mit ihrem Manne den größten Theil der freien Zeit verbrachte. Die Straße entbehrte nicht allen Lebens. Beſonders an
Markttagen kam das Landvolk hier vorüber und Sonn⸗ 14*
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