34
er und grüßte wohlwollend, was der Angeſprochene mit einer tiefen Verbeugung erwiderte, und wandte ſich dann wieder dem Hausherrn zu, der den kleinen Vorfall mit angeſehen, dabei ſuchende Blicke unter ſeinen bu⸗ ſchigen Brauen hervor nach allen Seiten geworfen hatte und nun mit dem Stocke, der ſeine ein wenig gebeugte Geſtalt ſtützte, in kaum verhehltem Unmuthe wiederholt aufſtampfte.
„Auf morgen alſo, lieber Nachbar!“ grüßte die Gräfin, dem Baron nochmals die Hand bietend.„Es thut mir leid, daß ich Ihren Neffen nicht geſehen.“
„Der Teufel weiß, wo er ſteckt!“ brummte der Angeredete.
„Das wird er uns morgen erklären müſſen. Wir dringen auf ſtrenge Verantwortung, ſagen Sie ihm das, Flandron“, ſcherzte die Gräfin und machte auch gegen die übrigen Herren eine grüßende Handbewegung, indem ſie den Goldfuchs ſchnell mit großer Gewandt⸗ heit herumwarf.
„Und Sie bringen uns auch unſern jungen Tizian mit“, erinnerte der Hofmarſchall noch.„Ausreden werden nicht angenommen!“ fügte er halb gegen den Freiherrn, halb gegen den jungen Mann gewendet hinzu, dem er damit zum Abſchied noch einen Beweis ſeines Intereſſes gab.
—


