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mich um die Stelle des Profeſſors der Mathematik in Straßburg beworben; ich that's, um Eurer Tochter nahe ſein und mich um ihre Gunſt bewerben zu können. Wollt Ihr ſie mir geben und mein wirklicher Vater werden, wenn ich ihr ein genügendes Auskommen werde bieten können?“
„Aber ſie muß Euch doch lieben, und dazu muß ſie Euch kennen lernen“, warf Suſanne eifrig ein.
„Ich liebe ſie, ohne ihr Angeſicht geſehen zu haben“, entgegnete Bartſch innig,„und wenn die Pocken jetzt ihre ſchöne weiße Haut, von der die Frau Binder ſo oft in ihren Briefen ſpricht, zerſtören würden, meine Liebe könnte dadurch nicht verringert werden.“
„Margarethe muß ſelbſt entſcheiden“, ſagte Kepler; „mir ſelbſt wäret Ihr, mein lieber Studiengefährte, der liebſte Sohn, den ich mir ausſuchen könnte.“
„Eure Hand darauf, mein theurer Vater!“ rief Bartſch hoch erfreut.
Seine Berufung zur ſtraßburger Profeſſur kam we⸗ nige Tage nach dieſer Unterredung in des wackern jun⸗ gen Gelehrten Hände, und von Kepler's und deſſen Gattin Segen begleitet, eilte er mitten durch die Kriegs⸗ unruhen nach Straßburg. Kepler's Brief an Bernecker, in welchem er dieſem das Amt des Vaters bei der wahr⸗ ſcheinlichen Verheirathung ſeines Gretchens überträgt


