Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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Es war eigentlich die ſeltſamſte Einführung, die Kepler bei dem Herzog finden konnte, daß er ihm von der Empörung, Flucht und völligen Unſchuld des Lands⸗ knechts Hennig Werner einen ausführlichen Bericht ab ſtattete. Als er ſeinen Bericht mit den Worten endete: Ich glaube, daß des Unglücklichen Flucht geglückt iſt, entgegnete Wallenſtein:Er iſt alſo davongelaufen? Gut, Herr Magiſter, ſo laſſe man ihn laufen, die Gelegenheit zum Hängen wird ihm ſchwerlich entgehen. Ihr aber ſeid herzlich willkommen bei mir und laßt mich hoffen, daß Ihr mich von Eurer umfaſſenden Gelehrſamkeit einen größern Nutzen ziehen laſſen werdet, als weiland Euern Gebieter, Kaiſer Rudolf II.

Durchlaucht! entgegnete Kepler,ich habe Sr. Majeſtät nach meinem beſten Wiſſen und Gewiſſen treu gedient. Die Tafeln ſind trotz der ungünſtigen Um⸗ ſtände, unter denen zu arbeiten ich gezwungen war, fer⸗ tig, ſie ſind zum guten Theil auf meine eigenen Koſten gedruckt, und ich hoffe durch dieſelben dem erlauchten Andenken des Kaiſers, der mich ſeiner Gnade würdigte, keine Schande zu machen. Die Rudolfiniſchen Tafeln werden leben, ſolange die Erde um die Sonne kreiſt, und das Andenken des gelehrten und gütigen Kaiſers bis in die fernſten Zeiten erhalten. Zu Ew. Durch⸗ laucht bin ich von Kaiſer Ferdinand geſendet worden,