Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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Körperlänge ſichtbar unter dem ihn umringenden Haufen ſeiner Kameraden hervor. Ein junger Cornet, faſt blei⸗ cher als der Verurtheilte ſelbſt, ſaß auf einem ſtattlichen Rappen und ſchien das Unternehmen zu beaufſichtigen⸗ Suſanne hatte, wie ihr ihr Gatte gerathen, das Fenſter und Zimmer verlaſſen und lag, betend für die Seele desjenigen, der jetzt ſo ſchnell und ſchrecklich den ernſten Schritt ins Jenſeits thun ſollte, vor ihrem Bette auf den Knieen.

Plötzlich ließ ſich ein lautes Geſchrei hören; man vernahm den Ruf:Haltet ihn! Haltet ihn auf, den Empörer! Einzelne Schüſſe knallten; man hörte Pferde⸗ getrappel, die Thür von Kepler's Wohnhauſe ward hef⸗ tig aufgeriſſen und einen Moment darauf ſtürzte eine hohe, leichenblaſſe Geſtalt in Hemdsärmeln und mit ver⸗ wildertem Haar in Suſannens Zimmer und ſchrie, ſich der jungen Frau zu Füßen werfend:Verſteckt mich, rettet mich! Habt Erbarmen mit mir! Ich bin unſchul⸗ dig und ſie wollen mich ſchlachten wie einen wilden Bul⸗ len, dem man die Schlinge über den Kopf wirft!

Suſanne riegelte die Thür, durch welche der Unglück⸗ liche ſich zu ihr geflüchtet, von innen ab und ihr Gatte, der von der entgegengeſetzten Seite zu ihr eingetreten, ſchob auch vor dieſe den ſchweren, feſten, eiſernen Riegel, und dann

erſt fragte er, wer es ſei, der ein Aſyl in ſeinem Hauſe Burow, Johannes Kepler. Zweite Abtheilung. III. 11