Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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menzutreffen, und bin nun hier, Euch, mein werther Freund, ernſtlich zu ermahnen, mit Eurer Familie ſo raſch als möglich dieſen Ort des Aufruhrs, der wahr⸗ ſcheinlich ſehr bald eine Stätte des Blutvergießens und Entſetzens ſein wird, zu verlaſſen.“

„Ich hätte mich wohl noch bei der edlen Fürſtin von Lobkowitz, die mir und meiner Familie in dieſen ſchweren Zeiten ſo viel Gutes erwieſen hat, verabſchieden müſſen“, ſagte Kepler mit ernſter Feſtigkeit.

„Sie iſt mit Gemahl und Kinderlein auf ihrem Schloſſe Raudnitz“, entgegnete der Jude.„Die edle Frau ſendet Euch ihre freundſchaftlichen Grüße, und mor⸗ gen mit dem Früheſten wird der Wagen hier vor Eurer Thür ſein, der Euch und all die Eurigen unter ſicherer Bedeckung nach Linz bringen ſoll. Der Gott Abraham's begleite Euch, und dieſe kleine Geldſumme betrachtet, wenn Ihr ſie als Freundesgabe anzunehmen zu ſtolz ſeid, als ein Darlehn, das Ihr dem Juden verzinſen und wiedergeben könnt, ſobald es Euch paſſend iſt.“

Kepler drückte voll dankbarer Rührung die Hand des wackern Mannes, der ſich ihm ſchon ſo oft als wahrer Freund gezeigt hatte, und ſagte:„Habt Dank!

Euer Anerbieten kommt mir ſo recht als Hülfe in der Noth. Die kaiſerlichen Kaſſen haben mir auch jetzt wie⸗ der keine Zahlung geleiſtet, und wenn Eure großmüthige