Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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nicht beendet. Kepler's Freunde mahnten an Beſchleu⸗ nigung dieſer hochwichtigen Arbeit und unter andern ſchrieb ſein Schulkamerad und Studiengenoſſe Bernecker an ihn:

Verzeihe, mein Kepler, wenn ich Dich an die Mög⸗ lichkeit Deines Todes erinnere; meine Stimme iſt die des Publikums, und da Du doch immer ein ſterblicher Menſch biſt, ſo frage ich Dich: wer kann nach Dir dies Dein für die Unſterblichkeit beſtimmtes Werk beenden? Wahrlich, das Jahrhundert, das Dich in Noth läßt, be⸗ deckt ſich mit Schande.

Hauptſächlich die Unglücksfälle Kaiſer Rudolf's wa⸗ ren es, die die Herausgabe der Tafeln verzögerten; die⸗ ſelben waren das erſte Werk, in welchem alle Berech⸗ nungen nach den wirklichen Bewegungen der Geſtirne gemacht ſind, und mit ihnen beginnt alſo ganz eigentlich eine neue Zeitrechnung.

Kepler hatte das Werk endlich wirklich vollkommen beendigt und erhielt darauf ſeine Entlaſſung aus dem Dienſte des Matthias, der ſeine Arbeiten weder beachtet noch bezahlt hatte.

Er hatte die Tafeln nach ſeinem kaiſerlichen Freunde Rudolfiniſche genannt und ſie haben den Namen dieſes Fürſten behalten.

Kepler, der nun ſeines Dienſtes als kaiſerlicher