Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Matthias begab ſich nach dem Tode ſeines beraub⸗ ten Bruders nach Frankfurt und ward von den dort verſammelten Kurfürſten zum Oberhaupte des deutſchen Reichs gewählt. Der herrſchſüchtige Prinz befand ſich nun am Ziele ſeiner Wünſche, und ſeine ſiebenundfünfzig Jahre ſchienen ihm kein Hinderniß, an die Gründung einer Dyna⸗ ſtie zu denken, obgleich er mit Ferdinand von Steiermark ein Abkommen geſchloſſen, das dieſem Prinzen die Nach⸗

folge auf den Thronen, die er ſeinem Bruder geraubt

hatte, zuſicherte. So ſchloß Matthias in Wien einen Ehebund mit der jugendlichen Prinzeſſin Anna, einer Schweſter Frdinand's, aber derſelbe blieb kinderlos, und die Anrechte dieſes Fürſten blieben daher für den To⸗ desfall ſeines Oheims unverändert.

Der neue Kaiſer, ſich in allen ſeinen Würden ganz geſichert fühlend, dachte nun zunächſt an die Beruhigung ſeiner Länder. Er hatte den Majeſtätsbrief, den die